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Der Hype um den Agavendicksaft. Wie gesund ist er tatsächlich?

Der „Veganpapst“ Attila Hildmann hat nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass rund um den Agavendicksaft ein regelrechter Hype entstand! Agavendicksaft galt plötzlich als der perfekte Zuckerersatz. Ich möchte das Thema heute einmal etwas genauer mit euch unter die Lupe nehmen!

Beginnen wir am besten von vorne. Agavendicksaft wird aus Agaven gewonnen, welche hauptsächlich in Mexico (zum Teil auch in Südafrika) beheimatet sind. Es handelt sich dabei um einen mittelamerikanischen Kaktus, aus dem übrigens auch Tequila hergestellt wird. (Aber das nur so nebenbei *chrchrchr*) .

Da wir nun wissen, wo genau die Agave beheimatet ist liegt es auf der Hand, dass Agavendicksaft erstmal aus Übersee importiert werden muss. Aus ökologischer Sicht ist das Süßungsmittel damit nicht unbedingt optimal. Zusätzlich gilt es auch zu bedenken, dass der Energieaufwand der zur Herstellung von Agavendicksaft betrieben wird sehr hoch ist und einiges an Ressourcen kostet.

Es ist zumeist mit Folgen verbunden, wenn Lebensmittel industriell hergestellt werden und Fruchtzucker in hoch konzentriert Form enthalten. Agavendicksaft ist ein stark verarbeitetes Süßungsmittel und besteht fast ausschließlich (nämlich zu ca. 90%) aus Fructose! Daher ist Agavendicksaft nicht nur für Allergiker mit Fruchtzuckerunverträglichkeiten passé, sondern auch für Diabetiker völlig ungeeignet. Allgemein empfiehlt es sich, Agavendicksaft sparsam einzusetzen.

Agavendicksaft wird von der Industrie gut vermarktet, dennoch lohnt es sich etwas genauer hinzusehen. Man sollte sich vor Augen halten, dass Fructose direkt über die Leber abtransportiert wird. Wenn wir uns an das Thema „Alkohol“ erinnern sind die Auswirkungen auf den Körper beim Abbauprozess vergleichbar!

Agavendicksafthersteller stellen das Süßungsmittel gerne als „gesunde Zuckeralternative“ dar. Wenn man sich mit dem Thema etwas intensiver auseinander setzt wirft es jedoch die Frage auf, ob es tatsächlich auf Dauer eine gute Entscheidung ist zur Agavendicksaftflasche zu greifen oder ob man sich da nicht vielleicht doch selbst etwas vormacht und in erster Linie versucht sein Gewissen zu beruhigen.

Zum Backen eignet sich Agavendicksaft auch nicht sonderlich gut. Und wer es schon einmal ausprobiert hat weiss auch warum. Der Teig bräunt sehr schnell und intensiv. Auch dieses „Phänomen“ ist auf den hohen Fructosegehalt zurück zu führen.

Wie auch bei Reissirup ist es wichtig, beim Kauf von Agavendicksaft auf Bio-Qualität zu achten um diverse Chemikalien ausschließen zu können.

Soviel zu den Fakten.

Wenn man mich nach meiner persönlichen Meinung fragt, so orientiere ich mich gerne an einem Zitat von Paracelsus. „Die Dosis macht das Gift“.

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11 Comments

  • Reply Avaganza 30. April 2017 at 00:39

    Liebe Corinna,
    danke für deinen informativen Post! Du sprichst ein gutes Thema an – viele Menschen springen auf einen Hype auf, ohne darüber nachzudenken. Wie z.B. bei Chia Samen … alle Zeitschriften und Medien haben Chia Samen gelobt und plötzlich gab es Tausende Rezepte mit Chia Samen. Bis sich einige näher damit beschäftigten und herausfanden, dass der Hype gar nicht gerechtfertigt ist. Bei Agavendicksaft ist es ähnlich. Es ist sicher eine tolle Alternative aber sollte in Maßen verwendet werden und ist aus ökologischer Hinsicht nicht die beste Wahl.

    Ich verwende Agavendicksaft sehr selten … irgendwie überzeugt er mich nicht so …

    Danke nochmals für den guten Artikel und schönen Sonntag!
    Verena

    • Reply vegvomzucker 30. April 2017 at 11:10

      Liebe Verena, du sprichst mir aus dem Herzen. Das Beispiel mit den Chiasamen trifft den Nagel auf den Kopf. Inzwischen scheint Kokosblütenzucker Hip zu sein und hat den Agavendicksaft abgelöst.

      Schönes Wochenende,
      Corinna

  • Reply Katrin 30. April 2017 at 10:50

    Hallo liebe Corinna,

    von diesem Zuckerersatz höre ich zum ersten mal. Danke für den Beitrag. Ich lerne immer gern dazu 🙂

    liebe Grüße
    Katrin von http://www.maxiprimus.de

    • Reply vegvomzucker 30. April 2017 at 11:06

      Hallo Katrin!

      Sehr gerne. Der Hype um den Agavendicksaft ist schon wieder etwas abgeebbt. Inzwischen scheint Kokosblütenzucker der neue Trend zu sein.

      Schönes Wochenende,
      Corinna

  • Reply Jasmin 30. April 2017 at 11:44

    Sehr interessanter Beitrag, ich habe auch so ein Produkt zu Hause, aber irgendwie nie genutzt.
    Wenn ich backe nutze ich generell viel weniger Zucker als im Rezept vorgeschrieben ist.

    LG Jasmin

    • Reply vegvomzucker 30. April 2017 at 12:03

      Hallo Jasmin!

      Diese Vorgehensweise ist auf jeden Fall in den meisten Fällen eine sehr gute Idee. Größtenteils wird in Backrezepten unnötig viel Zucker verwendet und ich bin mir sicher, dass dieser kleine Schritt in die richtige Richtung schon viel bewirken kann.

      Alles Liebe,
      Corinna

  • Reply Svenja 1. Mai 2017 at 00:04

    Hallo Corinna,

    danke für den interessanten Artikel. Ich selbst süße oft mit Honig (ich esse vegetarisch, nicht vegan) und habe mir aber neulich mal Bio-Agavendicksaft gekauft. Bisher hatte ich recht gute Erfahrungen gemacht, aber das werde ich wohl noch mal überdenken.

    LG Svenja

  • Reply Liam Alexander Colman 1. Mai 2017 at 00:26

    Immer wieder gibt es solche Hypes. Einmal ist es Kokoswasser, dann Chia Samen ein andermal Agavendicksaft. Ich denke vor allem bei solchen süssen Produkten sollte man einfach das nehmen, was einem passt, da schlussendlich sowieso alles schlecht für den Körper ist 😀

    • Reply vegvomzucker 2. Mai 2017 at 10:39

      Hi Lia&Liam!

      Ja, es wird kaum möglich sein sich komplett zuckerfrei zu ernähren und das wäre auch gar nicht Sinn der Sache. Es geht darum Alternativen zu finden die einem gut tun und mit denen man gut leben kann. Besonders Diabetiker müssen sich leider mit dem Thema Zucker immer wieder befassen.

      Liebe Grüße,
      Corinna

  • Reply Fabian Aschauer 1. Mai 2017 at 20:38

    Sehr interessanter Beitrag. Ich finde er istbeine gute Alternative zum Zucker!

    Liebe Grüße
    Fabian

  • Reply Menna 1. Mai 2017 at 22:13

    Also, wenn es ein Hype wäre, dann wüsstw ich auch viiieeel über den Saft. Danke für diesen interessanten Blogpost! Auch ich verstehe nicht, warum wir Hypes verfolgen müssen, ohne zu hinterfragen.

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